- Binance steht im Fokus von Vorwürfen, Transaktionen zugunsten des Iran abgewickelt zu haben.
- Die Anschuldigungen beziehen sich auf angebliche Verbindungen zur Iranischen Revolutionsgarde (IRGC).
- Der Bericht des Wall Street Journals hebt Transaktionen in Höhe von bis zu 850 Millionen Dollar hervor.
- Zedcex, ein mit Babak Zanjani in Verbindung stehendes Kryptowährungsunternehmen, steht ebenfalls unter Untersuchung.
- Binance bestreitet jegliches Fehlverhalten und betont seine Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalen Aktivitäten.
WSJ-Bericht: 850 Millionen Dollar Transaktionen zugunsten Irans über Binance
Jüngste Enthüllungen des Wall Street Journals haben Binance in den Mittelpunkt einer neuen Kontroverse gerückt. Es sind Vorwürfe aufgetaucht, dass die Kryptowährungsbörse bedeutende finanzielle Transaktionen zugunsten Irans erleichtert habe, wobei der Schwerpunkt auf der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) liegt. Diese Behauptungen resultieren aus einer Untersuchung, die etwa 850 Millionen Dollar in Krypto-Transfers aufdeckt, die mit iranischen Entitäten in Verbindung stehen.
Die Anschuldigungen gegen Binance
Die Untersuchung des Wall Street Journals deutet darauf hin, dass ein Netzwerk, das mit dem iranischen Geschäftsmann Babak Zanjani verbunden ist, die Plattform von Binance für umfangreiche finanzielle Operationen genutzt hat. Laut internen Compliance-Berichten soll dieses Netzwerk angeblich rund 850 Millionen Dollar über zwei Jahre hinweg durch ein einzelnes Konto geleitet haben. Von diesem Betrag könnten etwa 425 Millionen Dollar zur Unterstützung von Irans militärischen Strukturen verwendet worden sein.
Ungeachtet interner Warnungen innerhalb von Binance über mögliche Umgehungen von US-Sanktionen blieben Konten, die mit Zanjani in Verbindung stehen, Berichten zufolge aktiv. Das Compliance-Team stellte verdächtige Aktivitäten wie Zugriffe aus Teheran und die Nutzung gemeinsamer Geräte unter mehreren Personen, die mit dem Netzwerk in Verbindung stehen, fest.
Zedcex und seine Rolle
Ein zentraler Punkt dieser Anschuldigungen ist Zedcex, ein angeblich mit Babak Zanjani verbundenes Kryptowährungsunternehmen. Dieses Unternehmen spielte eine entscheidende Rolle, indem es zwischen 2024 und 2025 Transaktionen im Wert von etwa 830 Millionen Dollar über ein in Dubai ansässiges Konto auf Binance durchführte. Einige Gelder sollen Berichten zufolge Wallets erreicht haben, die mit der IRGC verbunden sind, bevor sie an iranische Börsen wie Nobitex weitergeleitet wurden.
Zedcex förderte auch seine Stablecoin USDZ, angesichts von Bedenken, dass der Iran solche digitalen Vermögenswerte nutzte, um traditionelle Bankbeschränkungen zu umgehen.
Reaktion von Binance
Auf diese ernsthaften Anschuldigungen hin hat Binance jegliche Beteiligung an unrechtmäßigen Aktivitäten entschieden zurückgewiesen. Ein Sprecher betonte, dass Binance sich strikt an die gesetzlichen Compliance-Standards hält und nicht direkt mit sanktionierten Organisationen zusammenarbeitet.
Darüber hinaus hob das Unternehmen hervor, dass seit 2024 kontinuierliche Verbesserungen in ihren Compliance-Systemen vorgenommen wurden, wobei viele der betroffenen Transfers nichts mit ihrer Plattform zu tun hatten.
Der zunehmende Druck der US-Regulierungsbehörden
Diese Entwicklungen geschehen vor dem Hintergrund zunehmender US-Prüfungen von Kryptowährungsnetzwerken, die mit den Finanzsystemen Irans verbunden sind. Das Justizministerium untersucht Berichten zufolge, wie Plattformen wie Binance die Umgehung von Sanktionen erleichtern könnten.
Zuvor im Jahr 2023 veranlassten ähnliche Anschuldigungen den CEO von Binance, Changpeng Zhao (CZ), Lücken in den Anti-Geldwäsche-Protokollen zuzugeben. Folglich stimmte Binance zu, eine historische Geldstrafe zu zahlen und verpflichtete sich, sich in Zukunft einer unabhängigen Überwachung zu unterziehen.
Ein Treffen im März 2026 zwischen US-Finanzministerium und Top-Führungskräften bei Binance unterstrich die wachsenden Bedenken hinsichtlich iranisch verknüpfter Transaktionen, die über ihre Austauschdienste erleichtert werden.
In der Zwischenzeit hat Senator Richard Blumenthal eine weitere Untersuchung möglicher Verstöße gegen die Sanktionen gegen den Iran eingeleitet—ein Schritt, der von Binance mit starkem Dementi begegnet wurde, die diese Behauptungen als unbegründete, verleumderische Anschuldigungen bezeichnen.
Während die globalen Untersuchungen über den angeblichen Missbrauch von Krypto-Assets weitergehen, hauptsächlich durch angesehene Börsen wie Binance, bleibt es unerlässlich, genau zu beobachten, wie zukünftige regulatorische Veränderungen die breitere Landschaft beeinflussen könnten, die Teilnehmer der Branche weltweit beeinflussen.
