- Das Wall Street Journal (WSJ) beschuldigt Polymarket, eine betrügerische Werbekampagne mit gefälschten Gewinnwetten orchestriert zu haben.
- Polymarket hat Influencer und Content-Ersteller für inszenierte Wettvideos bezahlt, die die Plattform bewerben.
- Die Untersuchung von WSJ ergab, dass keine der in diesen Videos hervorgehobenen Wetten echt war, da sie auf gefälschten Websites gedreht wurden, die der Plattform von Polymarket ähneln.
- Die Marketingstrategie zielte hauptsächlich auf amerikanische Nutzer ab und erzielte über 140 Millionen Aufrufe auf sozialen Medienplattformen.
- Als Reaktion auf diese Vorwürfe hat Polymarket eine interne Prüfung ihrer Werbematerialien angekündigt, um Transparenz und Fairness sicherzustellen.
Polymarket von WSJ beschuldigt, bezahlte Videos mit gefälschten Gewinnwetten zu nutzen
Das Wall Street Journal hat einen investigativen Bericht veröffentlicht, der Polymarket beschuldigt, eine irreführende Werbekampagne durchgeführt zu haben. Laut dem Bericht wurden Influencer bezahlt, um Videos zu erstellen, die angeblich erfolgreiche Wetten auf der Plattform zeigen, die sich jedoch als gefälscht herausstellten. Diese Videoclips wurden auf gefälschten Websites gedreht, die das Erscheinungsbild der tatsächlichen Polymarket-Oberfläche nachahmen.
Die Untersuchungsergebnisse
Die gründliche Analyse von WSJ umfasste 1.105 Videos von zehn Content-Erstellern, die zwischen Dezember 2025 und Mitte Mai 2026 gepostet wurden. Etwa 70% dieser Videos enthielten verschiedene Wettveranstaltungen im Wert von fast 1,9 Millionen Dollar. Keine dieser Wetten war jedoch echt. Selbst in einigen Clips gezeigte Schritt-für-Schritt-Prozesse zum Kauf von Verträgen waren inszeniert.
Darüber hinaus identifizierte WSJ 118 Videos mit Erstellern, die begeistert auf angebliche Gewinne im Wert von etwa 900.000 Dollar reagierten. Diese verwendeten veraltetes Filmmaterial oder irreführende Titel, um Beweise für Siege zu fabrizieren.
Eine Fallstudie: Influencer George Makihara
Ein Beispiel ist der Studenten-Influencer George Makihara. Im Januar 2026 postete er ein Video, in dem er behauptete, eine Wette bezüglich des US-Präsidenten Donald Trump gewonnen zu haben, der im selben Monat in einer öffentlichen Rede „McDonald’s“ erwähnte. Die angeblichen Gewinne beliefen sich auf 100.000 Dollar aus einer Reihe von gefälschten Wetten, die er angeblich zwischen Januar und Mai 2026 im Gesamtwert von 410.000 Dollar platzierte.
Obwohl es zu dieser Zeit einen solchen Markt auf Polymarket gab, verließ sich Makihara auf veraltetes Filmmaterial, während etwa fünfzig andere Nutzer ihre Einsätze auf McDonald’s-bezogene Wetten verloren.
Reaktion und Marktauswirkungen
Nach der Entdeckung dieser Anschuldigungen entfernten einige Influencer ihre Werbeinhalte nach der Annäherung von WSJ, während die zugehörigen gefälschten Websites geschlossen wurden. Trotz dieser Kontroverse um ihre virale Kampagne, die hauptsächlich auf Amerikaner abzielte und über 140 Millionen Aufrufe erzielte, verpflichtete sich Polymarket zu einer internen Prüfung, um in Zukunft Transparenz in ihren Werbemaßnahmen zu gewährleisten.
Ebenso wichtig ist die Beziehung zu den USA, nach CFTC-Vereinbarungen Ende 2022, die sie zunächst zum Verlassen der amerikanischen Märkte führten, aber später durch den Erwerb der Derivatebörse QCEX im Wert von 112 Millionen Dollar wieder eintraten, wobei der Zugang über Tochtergesellschaften unter streng kontrollierten Bedingungen begrenzt wurde, wobei man immer noch auf eine breitere Verfügbarkeit hofft. Dies geschieht angesichts der Konkurrenz gegen den Vertragsbörsenrivalen Kalshi, der sich derzeit auf einen Börsengang vorbereitet und sich zunehmend lokal ausbreitet.
