- Die Büros der Northern Data AG in Deutschland wurden von Ermittlern durchsucht.
- Die Durchsuchungen stehen in Verbindung mit einer Untersuchung schwedischer Behörden zu Steuerpraktiken im Bitcoin-Mining.
- Vier Personen wurden in Schweden wegen des Verdachts auf groß angelegten Mehrwertsteuerbetrug mit einem Schaden von über 100 Millionen Euro festgenommen.
- Northern Data betont ein Missverständnis in Bezug auf Steuerregelungen ihrer GPU-Vermietungen für Cloud-Computing.
Razzia in Northern Data Büros wegen angeblicher Steuerhinterziehung im Bitcoin-Mining
In einer bedeutenden Entwicklung innerhalb der Kryptowährungsbranche haben deutsche Ermittler Razzien in den Büros der Northern Data AG durchgeführt, einem Unternehmen, das teilweise dem Stablecoin-Herausgeber Tether gehört. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen schwedischer Staatsanwälte zu Steuerpraktiken im Bereich des Kryptowährungs-Mining. Berichte von Bloomberg geben an, dass die Razzien das Frankfurter Büro von Northern Data ins Visier nahmen und Teil einer umfassenderen Untersuchung ihrer Aktivitäten in Schweden sind.
Hintergrund und Auswirkungen
Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (EPPO) bestätigte, dass gleichzeitig Operationen in Schweden und Deutschland stattfanden, an denen lokale Steuer- und Wirtschaftsdienste beteiligt waren. Die Untersuchung führte zur Festnahme von vier Personen, die verdächtigt werden, ein groß angelegtes Mehrwertsteuerbetrugssystem orchestriert zu haben, das einen Schaden von über 100 Millionen Euro verursachte.
Northern Data zeigte sich überrascht über diese Ereignisse und führt sie auf eine Fehlinterpretation der Steuerpolitik in Bezug auf ihr Geschäftsmodell zurück. Laut dem Unternehmen ist ihr GPU-Vermietungsservice ausschließlich für Cloud-Computing-Zwecke konzipiert und nicht für traditionelle Kryptowährungs-Mining-Aktivitäten.
Marktreaktion und Unternehmensantwort
Die Reaktion der Investoren erfolgte prompt, was zu einem erheblichen Ausverkauf führte, bei dem der Aktienkurs von Northern Data um 10,7 % fiel und laut TradingView bei 17 Euro gehandelt wurde.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Northern Data bei ihrer Haltung, dass ihre Geschäftspraktiken den gesetzlichen Standards entsprechen. Tether hat unterdessen klargestellt, dass sie nicht in die Verwaltung von Northern Data involviert sind und nicht im Voraus über die Untersuchungen informiert wurden. Sie führen ihre eigene Bewertung durch, um potenzielle Risiken aus diesen Entwicklungen abzuschätzen.
Der breitere Kontext und zukünftige Perspektiven
Bemerkenswert ist, dass ehemalige Führungskräfte Northern Data bereits 2024 betrügerischer Aktivitäten und Steuerhinterziehung beschuldigt hatten. Diese Anschuldigungen beinhalteten, Investoren über die finanzielle Gesundheit des Unternehmens in die Irre zu führen.
Inmitten dieser Kontroversen gab es auch Berichte im letzten Oktober, die darauf hindeuteten, dass Northern Data beabsichtigt, sein Mining-Geschäft zu veräußern, um sich auf Initiativen im Bereich künstliche Intelligenz zu konzentrieren.
Diese Situation unterstreicht eine signifikante regulatorische Prüfung innerhalb des Kryptosektors, da Behörden weltweit ihre Aufsicht über die finanziellen Praktiken von Kryptowährungsunternehmen verschärfen. Während sich dieser Fall entwickelt, wird er wahrscheinlich weitere Diskussionen über regulatorische Compliance und Transparenz unter kryptobezogenen Unternehmen weltweit anstoßen.
