- AI wird zunehmend zum Werkzeug für Hacker, was eine neue Bedrohung für DeFi-Protokolle darstellt.
- Experten empfehlen kontinuierliche Sicherheitsüberwachung statt einmaliger Audits aufgrund sich entwickelnder Angriffsmethoden.
- Die Wiederaufnahme von Angriffen auf alte und geschlossene Protokolle verdeutlicht Schwachstellen in veralteten Infrastrukturen.
- Es sind Anstrengungen von der Industrie und den Regulierungsbehörden erforderlich, um Cyberkriminalität effektiv zu bekämpfen.
Neue Bedrohungen im DeFi: KI verkürzt die Lebensdauer von Smart-Contract-Audits
Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz (KI) als Verbündeter für Hacker stellt erhebliche Herausforderungen für dezentrale Finanzprotokolle (DeFi) dar. Laut Experten ermöglichen KI-Tools Hackern, Code-Schwachstellen schneller als je zuvor zu identifizieren. Diese besorgniserregende Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit regelmäßiger Neubewertungen von Smart Contracts.
Die Notwendigkeit kontinuierlicher Sicherheitsüberwachung
Cybersicherheitsexperten warnen, dass ein einmaliges Audit vor dem Projektstart nicht ausreicht, um Benutzervermögen zu schützen, angesichts der zunehmenden Verluste durch erwartete Verstöße bis 2026. Ari Redbord, Leiter der Politik bei TRM Labs, plädiert für einen Branchenwandel hin zu kontinuierlicher Sicherheitsüberwachung. Er argumentiert, dass sich Angriffsmethoden schneller entwickeln, als es ein Audit bei Projektbeginn erfassen kann.
Redbord betont weiter, dass Audits, die auf veralteten Angriffsszenarien basieren, Protokolle anfällig für aktuelle Bedrohungen machen, da böswillige Akteure ihre Strategien ständig anpassen.
Die Rolle der KI bei der Ausnutzung alter Schwachstellen
Daten von CertiK zeigen, dass die Kryptoindustrie allein in der ersten Hälfte des Jahres 2026 1,32 Milliarden Dollar durch Hacks verloren hat. Ein bemerkenswerter Trend ist, dass Hacker zu alten oder sogar geschlossenen Protokollen zurückkehren. Solche Angriffe werden wahrscheinlich durch fortschrittliche automatisierte Tools erleichtert, die in der Lage sind, versteckte Schwachstellen in umfangreichen Codebasen zu erkennen.
Ein relevantes Beispiel betrifft die Blockchain Zcash, wo der Sicherheitstechniker Taylor Hornby von Shielded Labs eine kritische Schwachstelle mit dem Audit-Agenten Claude Opus 4.8 von Anthropic aufdeckte. Dieser Fehler blieb etwa vier Jahre lang unentdeckt und hätte stillschweigend die Erstellung gefälschter Vermögenswerte in einem wichtigen privaten Pool-Netzwerk ermöglicht.
Alte Projekte unter Beschuss
Hacker zielen zunehmend auf Projekte ab, die den Betrieb eingestellt haben. Zum Beispiel wurden 2,1 Millionen Dollar von Aztec Connect gestohlen, das seit März 2023 inaktiv war; Tage später wurde der Smart Contract von mySwap verletzt, wobei 300.000 Dollar entwendet wurden, obwohl seit über sechs Monaten keine neuen Liquiditätszuflüsse mehr akzeptiert wurden.
Positiv zu vermerken ist, dass der White-Hat-Hacker 0xflorent Ethereum im Wert von über 1,7 Millionen Dollar zurückgewonnen hat, das aufgrund eines Fehlers im automatischen Rückgabemechanismus im ICO-Projekt Hong Coin aus dem Jahr 2016 blockiert war.
Redbord betont, dass wiederholte Audits nur ein Teil der Lösung sind: „Protokolle mögen eingestellt werden, aber jemand muss diejenigen verfolgen, die versuchen, Verstöße zu begehen,“ und fordert sowohl die Industrie als auch die Regulierungsbehörden zu proaktiven Maßnahmen gegen cyberkriminelle Gruppen und Geldwäschepläne auf.
Das Krypto-Ökosystem steht vor beispiellosen Herausforderungen, da KI-gestützte Hacking-Techniken die Sicherheitsrahmenwerke in DeFi-Ökosystemen weltweit bedrohen—was dringende Aufrufe zu robusten Verteidigungen durch kontinuierliche Wachsamkeit sowie zu gemeinsamen Anstrengungen zwischen den Beteiligten zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen diese neuen Bedrohungen provoziert.