- Illinois führt eine 0,2% Steuer auf Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten ein.
- Die neue Regelung betrifft Unternehmen, die Krypto-Assets für Kunden austauschen, übertragen oder speichern.
- Die Kryptoindustrie sieht dieses Gesetz als diskriminierend an und könnte es gerichtlich anfechten.
Illinois erhebt 0,2% Steuer auf Transaktionen mit Krypto-Assets
Der Bundesstaat Illinois hat ein Gesetz verabschiedet, das eine 0,2% Steuer auf Aktivitäten im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten auferlegt. Diese Entwicklung sorgt für erhebliche Besorgnis in der Kryptoindustrie, die argumentiert, dass die Gesetzgebung ein ungleiches Wettbewerbsumfeld für Kryptowährungsunternehmen schafft. Ein solcher Schritt könnte sogar rechtliche Anfechtungen nach sich ziehen.
Die Gesetzgebung zielt auf jeden Vorgang des Austauschs, der Übertragung oder der treuhänderischen Speicherung von digitalen Vermögenswerten ab, wenn diese Dienstleistungen im Rahmen von Geschäftstätigkeiten oder im Auftrag von Kunden angeboten werden. Sie gilt für Unternehmen, die in Illinois registriert sind, sowie für Anbieter, die Einwohner des Staates mit Bruttoeinnahmen von über 100.000 Dollar bedienen. Schätzungen zufolge könnte diese neue Steuer etwa 60 Millionen Dollar jährlich für das Staatsbudget generieren.
Eine Last-Minute legislativer Zusatz
Laut Quellen, die mit dem Gesetzgebungsprozess vertraut sind und von CoinDesk zitiert werden, wurde die Bestimmung zur Kryptowährungsbesteuerung buchstäblich kurz vor der Verabschiedung eines umfassenden Budgetgesetzes hinzugefügt. Gouverneur J.B. Pritzker unterzeichnete das Dokument am 16. Juni in Kraft.
Dieses Gesetz prägt das Budget des Staates für das Haushaltsjahr 2027, das sich auf rund 56 Milliarden Dollar beläuft. Es führt auch neue Steuern in anderen Sektoren wie Fantasy-Sport und sozialen Medien ein.
Experten äußern jedoch Bedenken wegen der breiten Formulierung dieses Dokuments. Zum Beispiel bemerkte Professor Austin Campbell von der New York University, dass dieses Gesetz möglicherweise über Krypto-Assets hinausgeht und bestimmte Formen digitaler Zahlungen umfassen könnte.
Kryptoindustrie bereitet sich auf Widerstand vor
In einem Schreiben an Gouverneur Pritzker wies der Crypto Council for Innovation (CCI) darauf hin, dass Illinois im Wesentlichen eine separate Steuer einführt, die ausschließlich auf den Sektor der digitalen Vermögenswerte abzielt.
Im Gegensatz zu traditionellen Besteuerungsmodellen erhebt dieses Gesetz eine 0,2% Steuer auf den alltäglichen Gebrauch von Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte – Austausch, Übertragung oder treuhänderische Speicherung, erklärte der CCI.
Die Organisation betonte, dass es derzeit keine ähnlichen Steuern auf Aktienhandelsoperationen oder andere Finanzinstrumente auf staatlicher Ebene in den USA gibt.
Der CCI forderte auch Gouverneur Pritzker auf, diese Bestimmung im Gesetz teilweise zu vetieren. Da die Legislaturperiode jedoch abgeschlossen ist, bleiben die Aussichten für Änderungen ungewiss.
Quellen zufolge diskutieren Vertreter der Kryptoindustrie bereits über mögliche gerichtliche Anfechtungen gegen dieses neue Gesetz. Obwohl noch keine Klagen offiziell eingereicht wurden, wird die rechtliche Auseinandersetzung als einer der realistischsten Wege angesehen, um diese neuen Regeln zu überdenken.
Ein Rückblick auf Oktober 2025 unterstreicht einen weiteren Fall, in dem die Behörden die Besteuerung von Mining-Aktivitäten aufgrund des erhöhten Energieverbrauchs in New York City vorschlugen – was die anhaltenden regulatorischen Herausforderungen für die Kryptowährungsmärkte heute verdeutlicht.
