- Kazakhstan hat 130 illegale Kryptowährungsbörsen geschlossen und virtuelle Vermögenswerte im Wert von 16,7 Millionen Dollar beschlagnahmt.
- Die geschlossenen Börsen standen im Verdacht, durch kriminelle Aktivitäten erlangte Gelder zu waschen.
- Nur lizenzierte Kryptobörsen, die mit lokalen Banken integriert sind, dürfen in Kasachstan operieren.
- Die Agentur für Finanzüberwachung (AFM) intensiviert die Bemühungen gegen illegale Auszahlungsoperationen mit Kryptowährungen.
- Neue Vorschriften erfordern eine persönliche Identifikation für große Transaktionen und verbesserte Sicherheitsmaßnahmen an Geldautomaten.
Kasachstans Vorgehen gegen illegale Kryptobörsen
In einem bedeutenden Schritt zur Regulierung des Kryptowährungsmarktes hat Kasachstan entschlossene Maßnahmen ergriffen, indem es 130 nicht autorisierte Kryptowährungsbörsen geschlossen hat. Dieser mutige Schritt wurde während eines Regierungstreffens von Kairat Bizhanov, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Agentur für Finanzüberwachung (AFM), bekannt gegeben. Die Durchgreifaktion führte auch zur Beschlagnahmung virtueller Vermögenswerte im Wert von 16,7 Millionen Dollar, was Kasachstans strenge Haltung gegenüber illegalen Finanzaktivitäten unterstreicht.
Gründe für die Schließung
Der Hauptgrund für die Schließung dieser Kryptobörsen war ihre Beteiligung an der Geldwäsche von durch kriminelle Aktivitäten erlangten Geldern. Gemäß der Gesetzgebung Kasachstans dürfen nur die Kryptowährungsplattformen legal operieren, die eine Lizenz von der Astana Financial Services Authority (AFSA) besitzen und mit lokalen Banken integriert sind. Jede Plattform, die ohne diese Berechtigungen arbeitet, gilt als illegal.
Verbesserung der finanziellen Sicherheitsmaßnahmen
Die AFM konzentriert sich nicht nur auf die Schließung illegaler Operationen, sondern intensiviert auch ihre Bemühungen, ungesetzliche Auszahlungsaktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu bekämpfen. Allein im Jahr 2024 haben die Behörden 81 Schattenorganisationen mit einem kombinierten Umsatz von über 24 Milliarden Tenge (über 43 Millionen Dollar) aufgedeckt. Eine der Hauptschwächen im Finanzsystem bleiben Geldautomaten, die weiterhin für illegale Abhebungen genutzt werden.
Darüber hinaus sind die Bargeldabhebungsvolumina trotz strenger Beschränkungen weiter gestiegen. Laut Bizhanov wurden bisher etwa 13,2 Billionen Tenge (24,1 Milliarden Dollar) abgehoben – ein Anstieg um eine Billion gegenüber dem Vorjahr.
Neue Vorschriften für Kryptowährungstransaktionen
Um illegale Transaktionen einzudämmen und die Transparenz bei finanziellen Operationen zu verbessern, hat die AFM zusammen mit der Nationalbank Kasachstans mehrere neue Regeln eingeführt:
- Einlagen über 500.000 Tenge (913 Dollar) erfordern nun eine individuelle Identifikationsnummer und eine Bestätigung über eine mobile Anwendung.
- Banken sind verpflichtet, Videoaufnahmen von Geldautomaten mindestens 180 Tage lang aufzubewahren.
- Es gibt eine Erweiterung der Nutzung biometrischer Identifikationsmethoden wie Gesichtserkennung und Fingerabdruckscanning für alle bargeldbezogenen Transaktionen.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, anonyme Transfers ohne Identifizierung des Absenders oder Empfängers zu verhindern und eine größere Sicherheit innerhalb der Finanzsysteme zu gewährleisten.
Kasachstans proaktive Herangehensweise dient als wichtige Erinnerung an die Notwendigkeit umfassender Regulierung in sich schnell entwickelnden digitalen Vermögensmärkten weltweit. Durch die Festlegung klarer rechtlicher Rahmenbedingungen und die Durchsetzung strenger Compliance-Maßnahmen können Länder ihre Wirtschaften schützen und gleichzeitig Innovationen in diesem dynamischen Sektor fördern.
In jüngsten Entwicklungen, die ihr Engagement für die verantwortungsvolle Integration digitaler Finanzlösungen in ihre Wirtschaft widerspiegeln, hat Kasachstan eine Pilotversion von Evo (KZTE), seiner nationalen Stablecoin, eingeführt, die an die lokale Währung – den Tenge – gekoppelt ist, was ihren zukunftsorientierten Ansatz zur Regulierung von Kryptowährungen angesichts des weltweit wachsenden Interesses weiter unterstreicht.
