- Bitcoin Improvement Proposal (BIP-110) zielt darauf ab, nicht-finanzielle Daten im Bitcoin-Netzwerk zu begrenzen.
- Der Vorschlag erhält weniger als 1% Unterstützung von Minern.
- Bekannte Persönlichkeiten wie Michael Saylor und Adam Back lehnen BIP-110 aufgrund von Bedenken über Konsensregeln ab.
- BIP-110 schlägt vor, die Veröffentlichung beliebiger Daten für ein Jahr vorübergehend einzuschränken.
- Es besteht das Risiko, eine Minderheitskette zu schaffen, wenn die Aktivierungskriterien nicht erfüllt werden.
Bitcoin nähert sich der BIP-110 Frist mit minimaler Unterstützung
Da sich Bitcoin der Frist für die Umsetzung von BIP-110 Anfang August 2026 nähert, intensivieren sich die Diskussionen über dessen Auswirkungen. Der Vorschlag zielt darauf ab, die Veröffentlichung beliebiger Daten innerhalb des Bitcoin-Netzwerks vorübergehend einzuschränken. Derzeit erhält er jedoch weniger als 1% Unterstützung von Minern, was Fragen zu seiner Durchführbarkeit aufwirft.
Die Debatte um BIP-110
BIP-110, auch bekannt als Reduced Data Temporary Soft Fork, schlägt vor, die Regeln für die Platzierung nicht-finanzieller Daten in der Bitcoin-Blockchain für ein Jahr zu verschärfen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Rückkehr zu früheren Beschränkungen bei OP_RETURN und das Blockieren der meisten beliebigen Dateneinträge, die größer als 256 Bytes sind. Es plant auch, bestimmte Skriptformate einzuschränken, die zur Speicherung von Bildern und Metadaten verwendet werden, was insbesondere Protokolle wie Ordinals betrifft.
Befürworter argumentieren, dass diese Änderungen Bitcoin wieder auf finanzielle Transaktionen fokussieren und die Netzwerklast reduzieren werden. Kritiker entgegnen, dass solche Änderungen einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnten, indem sie die Konsensregeln ändern und bestimmte Transaktionstypen zensieren.
Saylors und Backs Opposition
Michael Saylor, Gründer von Strategy, ist einer der lautstarken Kritiker von BIP-110. Er behauptet, dass es „110 Dinge gibt, die gefährlicher für Bitcoin sind als Spam“ und dass die Änderung des Konsenses über dieses Thema größere Risiken birgt, indem sie legitime Transaktionen ungültig machen könnte.
Ähnlich äußerte sich Adam Back, CEO von Blockstream und Schöpfer von Hashcash — einem integralen Bestandteil des Bitcoin-Mechanismus. Während er die Absichten der Unterstützer anerkennt, das Netzwerk zu schützen, betonte er, dass ihr Ansatz den Kernprinzipien der Dezentralisierung und des breiten technischen Konsenses von Bitcoin widerspricht.
Herausforderungen bei der Aktivierung
Im Gegensatz zu den meisten Bitcoin-Updates, die durch traditionelle Methoden mit einem Signalgebungsschwellenwert von 95% aktiviert werden, schlägt BIP-110 vor, eine User Activated Soft Fork (UASF) mit nur 55% zu verwenden. Die aktuelle Signalisierungsperiode läuft von Block 957600 bis Block 959615, mit einer freiwilligen Frist Anfang August bei Block 961542. Sollten Knoten, die BIP-110 ausführen, beginnen, Blöcke ohne entsprechende Signale abzulehnen, ohne dass es eine weit verbreitete Netzwerkunterstützung gibt, könnte dies eher zu einer kleineren Kettenspalte führen als zu einem offiziellen Update.
Trotz nahezu nicht vorhandener Unterstützung durch Miner bleiben Bedenken über nicht-finanzielle Daten relevant. Frühere Richtlinienänderungen bei OP_RETURN haben solche Daten im Netzwerk erheblich erhöht, was eine erneute Debatte über die Nutzung des Blockchain-Speichers entfacht hat.
Im Gegensatz zur Verschärfung der Beschränkungen haben einige Entwickler wie Peter Todd dafür plädiert, die OP_RETURN-Beschränkungen zu lockern, um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig weniger schädliche Methoden zur Datenveröffentlichung zu fördern.
Letztendlich bleibt die Zukunft von BIP-110 angesichts der aktuellen Opposition der Miner und potenzieller technischer Herausforderungen ungewiss — sein Vorschlag unterstreicht jedoch die anhaltenden Diskussionen, die die Krypto-Politiken weltweit heute beeinflussen.
