- Die taiwanesische Regierung hat das „Virtual Asset Service Provider Act“ in dritter Lesung verabschiedet.
- Dieses Gesetz definiert Kryptowährungen, legt Anforderungen an Marktteilnehmer fest und etabliert Strafen für Verstöße.
- Fokus: Regulierung von Stablecoin-Emittenten und ein Verbot der Ertragsgenerierung.
Einführung in Taiwans neues Kryptogesetz
In einem bedeutenden Schritt für den Kryptowährungssektor hat die taiwanesische Regierung das „Virtual Asset Service Provider Act“ erlassen. Diese Gesetzgebung schafft einen robusten rechtlichen Rahmen für Kryptodienstleister, einschließlich Stablecoin-Emittenten. Mit dieser Entwicklung müssen Unternehmen innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes Lizenzen beantragen.
Definition von virtuellen Vermögenswerten und behördliche Aufsicht
Gemäß einer offiziellen Pressemitteilung wurde das Gesetz in seiner dritten Lesung verabschiedet, wobei die Finanzaufsichtskommission Taiwans (FSC) als Regulierungsbehörde im Kryptomarkt benannt wurde. Die Gesetzgebung führt eine umfassende Definition von virtuellen Vermögenswerten ein – Werte, die digital mithilfe von Kryptographie, verteilten Ledgern oder ähnlichen Technologien für Zahlungen oder Investitionen gespeichert, ausgetauscht oder übertragen werden. Folglich müssen Dienstleister Lizenzen für jede Art von Aktivität, die sie ausüben, erhalten.
Das Gesetz gibt den Unternehmen 12 Monate ab dem Aktivierungsdatum, um Anträge einzureichen, und 21 Monate, um die Registrierung abzuschließen. Behörden können verschiedene Sanktionen gegen Unternehmen verhängen, die ohne ordnungsgemäße Lizenzierung Dienstleistungen anbieten.
Regulierung von Stablecoins
Ein zentraler Aspekt dieses Gesetzes ist sein Fokus auf Stablecoins. Die Ausgabe dieser Vermögenswerte ist nur nach Genehmigung durch sowohl die Zentralbank Taiwans als auch die FSC gestattet. Emittenten sind auch verpflichtet, eine vollständige Deckung (100%) in lokalen Banken über Treuhandkonten aufrechtzuerhalten. Weitere Anforderungen umfassen regelmäßige Prüfungen der Reserven und eine klare Trennung zwischen Anbieterfonds und Stablecoin-Kollateral. Wichtig ist, dass es ein Verbot von Ertragsmechanismen im Zusammenhang mit Stablecoins gibt.
Durchsetzungsmaßnahmen gegen Verstöße
Das Gesetz umreißt Durchsetzungsmaßnahmen gegen nicht lizenzierte Anbieter, Betrüger und andere Straftäter. Insbesondere könnte der Betrieb ohne Registrierung zu einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren führen, mit Geldbußen in Höhe von bis zu 100 Millionen Neue Taiwan-Dollar (ca. 3,13 Millionen US-Dollar). Darüber hinaus können Marktmanipulation und Betrug Gefängnisstrafen von drei bis zehn Jahren zur Folge haben, mit Geldstrafen zwischen 10 Millionen und 200 Millionen Neue Taiwan-Dollar (313.991 – 6,26 Millionen US-Dollar).
Strafen sind auch für die Bereitstellung falscher Informationen oder Täuschungen in Dokumentationsverfahren vorgesehen.
Weitere Auswirkungen auf den Kryptomarkt
Dieser gesetzgeberische Fortschritt markiert einen kritischen Schritt zur Formalisierung der Vorschriften für Krypto-Vermögenswerte in Taiwan. Durch die Einführung klarer Regeln für den Betrieb von Kryptowährungen – insbesondere in Bezug auf Stablecoins – zielt das Land darauf ab, Transparenz zu fördern und Investoren vor betrügerischen Aktivitäten zu schützen.
Insgesamt unterstreicht diese neue regulatorische Umgebung Taiwans Engagement, sich an globale Standards in der digitalen Finanzregulierung anzupassen, während gleichzeitig Innovationen unter präzisen Aufsichtsrahmen gefördert werden – ein entscheidender Moment, der darauf abzielt, die Dynamik des breiteren Kryptomarkts positiv zu beeinflussen.
