- Russische Kryptowährungsplattformen umgehen internationale Sanktionen.
- Elliptic identifiziert fünf wichtige Börsen, die diese Transaktionen unterstützen.
- Bitpapa steht derzeit unter US-Sanktionen; andere bleiben unsanktioniert.
- Die Schließung von Garantex hat die Infrastruktur für illegale Transaktionen umverteilt.
- Neue Plattformen wie ABCeX und Exmo spielen eine bedeutende Rolle in diesem Netzwerk.
Die sich entwickelnde Landschaft der russischen Kryptowährungsbörsen
In einer kürzlich erfolgten Entwicklung haben Analysten ein Netzwerk russischer Kryptowährungsplattformen identifiziert, das groß angelegte Kryptotransaktionen erleichtert und internationale Sanktionen umgeht. Laut einem Elliptic-Bericht beteiligen sich fünf Börsen aktiv an diesen Aktivitäten und bieten Finanzkanäle, die außerhalb der herkömmlichen Bankaufsicht operieren.
Die Rolle von Bitpapa und dessen sanktionierter Status
Unter den hervorgehobenen Börsen sticht Bitpapa als einzige Plattform hervor, die bereits seit März 2024 den US-Sanktionen unterliegt. Die Plattform leitet etwa 9,7% ihrer ausgehenden Kryptoflüsse an sanktionierte Organisationen und ändert häufig ihre Wallet-Adressen, um Anonymität bei Transaktionen zu wahren.
Der Aufstieg von ABCeX und anderen unsanktionierten Plattformen
ABCeX tritt als die größte unsanktionierte Börse im Elliptic-Bericht hervor. Mit Sitz im „Federation Tower“ in Moskau hat sie über 11 Milliarden US-Dollar in Krypto-Assets verarbeitet. Ein erheblicher Teil dieser Gelder wurde an Garantex und Aifory Pro weitergeleitet, was auf robuste infrastrukturelle Verbindungen trotz der Schließung von Garantex hinweist.
Der anhaltende Einfluss von Exmo
Obwohl Exmo ursprünglich seinen Rückzug aus dem russischen Markt nach 2022 meldete, teilt es weiterhin eine identische Verwahrungs-Wallet-Infrastruktur mit anderen betroffenen Börsen. Die Blockchain-Analyse zeigt auf, dass diese fortdauernde Beziehung direkte Transaktionen im Wert von über 19,5 Millionen US-Dollar mit sanktionierten Einrichtungen erleichtert hat.
Aufkommende Zentren für Sanktionsumgehung: Rapira und Aifory Pro
Rapira, registriert in Georgien, aber mit Betrieb in Moskau, hat Transaktionen im Wert von mehr als 72 Millionen US-Dollar mit Grinex—einer weiteren eingeschränkten Einheit—durchgeführt. Unterdessen bietet Aifory Pro Bargeld-zu-Krypto-Konvertierungsdienste in Moskau, Dubai und der Türkei an und gibt virtuelle Karten heraus, die mit USDT aufgeladen werden, um auf eingeschränkte Dienste zuzugreifen.
Elliptic betont, dass die Schließung von Garantex die Sanktionsumgehungsinfrastruktur nicht vollständig beseitigt hat, sondern zu einer Umverteilung unter anderen Börsen führte. Dieses sich schnell verändernde Szenario hebt hervor, wie bestimmte Kryptowährungsplattformen weiterhin ihre Operationen anpassen und ausweiten, obwohl globaler regulatorischer Druck besteht. Da sich die Landschaft rasch verändert, bleibt es entscheidend für Regulierungsbehörden und Interessengruppen innerhalb der Kryptoindustrie, wachsam gegenüber den sich entwickelnden Strategien dieser Netzwerke zur Umgehung von Sanktionen zu bleiben.
