- Physische Angriffe auf Kryptowährungsbesitzer nehmen zu, da der Markt wächst.
- Kryptohändler engagieren Sicherheitsfirmen und reduzieren ihre digitale Präsenz.
- Experten warnen davor, dass die Selbstverwahrung von Schlüsseln die Risiken im Zusammenhang mit Kryptowährungen erhöht.
- Bekannte Vorfälle wie Entführungen und Raubüberfälle auf Krypto-Vermögen wurden gemeldet.
- Sicherheitsmaßnahmen wie Multisignatur, Transaktionszeitsperren und Zugangsteilung können Risiken mindern.
Krypto-Händler verstärken Sicherheitsmaßnahmen angesichts zunehmender „Schraubenschlüssel-Angriffe“
Wie von Bloomberg berichtet, fällt der Anstieg der physischen Gewalt gegen Kryptowährungsbesitzer mit einem boomenden Markt zusammen. Dieser beunruhigende Trend führt dazu, dass Händler zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Diese Vorfälle, bekannt als „Schraubenschlüssel-Angriffe“, beinhalten, dass Kriminelle Gewalt anwenden, um private Schlüssel zu erlangen oder Opfer zu zwingen, ihre digitalen Vermögenswerte zu übertragen.
Im Jahr 2025 wurden ungefähr 60 solcher Angriffe von Jameson Lopp, Mitbegründer von Casa, dokumentiert. Dies bedeutete einen Anstieg von etwa 40 im Vorjahr. Experten glauben, dass die tatsächliche Zahl erheblich höher sein könnte, da viele Opfer diese Verbrechen nicht melden.
Ein beunruhigender Anstieg hochkarätiger Vorfälle
In den letzten Monaten wurden mehrere alarmierende Fälle beobachtet:
- Ein Händler wurde in Manhattan entführt.
- Ein Entführungsversuch der Tochter eines Krypto-Managers fand in Paris statt.
- In San Francisco stahl ein Dieb, der sich als Kurier ausgab, digitale Vermögenswerte im Wert von 11 Millionen Dollar.
- Der Sohn des stellvertretenden Bürgermeisters von Charkiw wurde wegen Kryptowährungsbeständen ermordet.
Diese Vorfälle zeigen, dass Kriminelle nicht mehr nur wohlhabende Individuen ins Visier nehmen; zunehmend sind auch Menschen mit Ersparnissen der Mittelschicht gefährdet.
Die Reaktion: Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen
Als Reaktion auf diese wachsende Bedrohung wenden sich Krypto-Händler an private Sicherheitsfirmen wie Vigilance, BlackCloak, Solace Global und DeleteMe. Diese Unternehmen berichten von einer erhöhten Nachfrage nach Dienstleistungen, die persönliche Daten schützen und physische Sicherheit gewährleisten. Sie analysieren die digitalen Fußabdrücke der Kunden, entfernen persönliche Informationen aus Online-Quellen und bewerten potenzielle Risiken – sogar durch die Überprüfung von Satellitenbildern der Häuser der Kunden.
Charles Finfrock, Gründer von Vigilance, bemerkt, dass viele Händler zuvor ihren Reichtum in sozialen Medien zur Schau stellten – Bilder von Geldbörsen und Einkäufen posteten. Jetzt jedoch zielen sie darauf ab, ihre „Angriffsfläche zu reduzieren“, indem sie ihr Online-Verhalten neu bewerten. Selbst Familienfeierfotos können Kriminellen entscheidende Hinweise liefern.
Die Herausforderungen der Kryptowährungssicherheit
Die Sicherheit wird weiter verkompliziert, da mehr als die Hälfte der Krypto-Inhaber Selbstverwahrung für ihre Vermögenswerte nutzt. Im Gegensatz zu Banküberweisungen sind Blockchain-Operationen unumkehrbar und anonyme Transaktionen erschweren die Wiederbeschaffung gestohlener Gelder.
Experten empfehlen die Implementierung von Multisignaturen, Transaktionszeitsperren und die Teilung des Zugangsschlüssels, um das Risiko zu reduzieren. Mehrere hochkarätige Fälle haben die Wirksamkeit dieser Vorkehrungen gezeigt. Eric Larchevêque, Mitbegründer von Ledger, berichtete, wie Sicherheitsmaßnahmen ihm Zeit gaben zu reagieren, als sein Partner für Lösegeld entführt wurde. Folglich wurden fast alle transferierten Gelder eingefroren und wiederhergestellt, während die Opfer gerettet wurden.
Diese Kombination aus Cybersicherheit und physischem Schutz wird zu einem wesentlichen Bestandteil der digitalen Vermögensindustrie. Durch das Verstehen dieser Risiken und die Einführung strenger Sicherheitsprotokolle können Händler ihre Vermögenswerte besser gegen zunehmend ausgeklügelte Bedrohungen in der sich entwickelnden Welt der Kryptowährungen schützen.
