- Die Zentralbank von Ghana plant, Kryptowährungsplattformen bis September 2025 zu regulieren und zu lizenzieren.
- Das Ziel ist es, von der wachsenden Beliebtheit von Kryptowährungen unter ghanaischen Bürgern zu profitieren.
- Ein neues Gesetz soll die Steuererhebung aus Kryptoaktivitäten ermöglichen, strategische Investitionen anziehen und den innerafrikanischen Handel verbessern.
- Erwartet wird, dass das Gesetz Ghanas Geldpolitik angesichts von Währungsschwankungen unterstützt.
- Die Nutzung von Kryptowährungen in Ghana ist bedeutend, mit geschätzten 3 Milliarden Dollar in Krypto-Handel zwischen Juli 2023 und Juni 2024.
Ghana lizenziert Krypto-Unternehmen: Ein strategischer Schritt zur Regulierung
Die Zentralbank von Ghana hat Pläne angekündigt, Kryptowährungsunternehmen bis September 2025 zu legalisieren und zu regulieren. Diese Initiative, wie von Johnson Asiama, Vorsitzender der Zentralbank von Ghana, in einem Interview mit Bloomberg enthüllt, kommt angesichts der steigenden Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten unter Ghanaern. Der Regulierungsrahmen zielt darauf ab, eine strukturierte Umgebung für Kryptowährungsoperationen zu schaffen, während das wirtschaftliche Potenzial genutzt wird.
Gründe für die Regulierung
Der primäre Antrieb für diese regulatorische Änderung ist die zunehmende Nutzung von Kryptowährungen durch Millionen von Ghanaern. Trotz dieses wachsenden Trends entziehen sich diese digitalen Transaktionen derzeit der staatlichen Aufsicht aufgrund fehlender regulatorischer Maßnahmen. Asiama hob hervor, dass unregulierte Kryptotransaktionen die Stabilität der nationalen Währung beeinträchtigen. Die vorgeschlagene Gesetzgebung soll nicht nur diese Transaktionen in Finanzberichte integrieren, sondern auch breitere wirtschaftliche Bedenken ansprechen.
Erwartete Vorteile der Kryptowährungsgesetzgebung
Die Einführung eines rechtlichen Rahmens für Kryptowährungen verspricht mehrere Vorteile:
- Erzeugung von Steuereinnahmen: Durch die Regulierung von Kryptoaktivitäten kann die Regierung Steuern auf digitale Vermögenswerttransaktionen erheben.
- Strategische Investitionen: Ein klarer Regulierungsrahmen könnte substanzielle Investitionen in Ghanas aufstrebendes Tech-Ökosystem anziehen.
- Innerafrikanischer Handel: Verbesserte Regulierung könnte die Handelsvolumen zwischen afrikanischen Ländern steigern.
- Geldpolitik-Management: Eine effektive Regulierung könnte helfen, den ghanaischen Cedi angesichts von Währungsschwankungen zu stabilisieren.
Der breitere wirtschaftliche Kontext
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund jüngster Schwankungen im Wert des Cedi. Im letzten Jahr stieg der Cedi um 48 % nach einem signifikanten Rückgang im Vorjahr. Diese Volatilität erschwert das Inflationsmanagement – ein entscheidendes Problem angesichts Ghanas Abhängigkeit von Importen. Allein im Juni erreichte die Inflation 13,7 %, bei einem Leitzins von 28 %. Außerdem, laut Del Titus Bawuah von der Web3 Africa Group, kann die Integration von Kryptowährungen in Finanzsysteme die staatliche Aufsicht und Kontrolle über wirtschaftliche Aktivitäten verbessern.
Die wachsende Rolle von Kryptowährungen in ganz Afrika
Zurzeit nutzen etwa drei Millionen Ghanaer – oder 17 % der erwachsenen Bevölkerung – aktiv Kryptowährungen. Von Juli 2023 bis Juni 2024 wird das Handelsvolumen in Ghana alleine auf 3 Milliarden Dollar geschätzt – ein signifikanter Beitrag zu Afrikas gesamtem Handelsvolumen südlich der Sahara, das auf 125 Milliarden Dollar geschätzt wird. Craig Stoer von Yellow Card schlägt vor, dass die Nutzung von Stablecoins den Mangel an Dollarlquidität lindern könnte, der das Wachstum des innerafrikanischen Handels behindert – ein Gedanke, der in verschiedenen Sektoren widerhallt, die digitale Währungen als Lösungen betrachten. Da immer mehr afrikanische Länder wie Südafrika Lizenzanforderungen für Kryptounternehmen annehmen, wird deutlich, dass die Integration digitaler Währungen in nationale Volkswirtschaften sowohl Herausforderungen als auch Chancen bietet, die es weiter zu erforschen gilt.
