- Die DeFi-Branche steht vor neuen Sicherheitsherausforderungen durch den Einsatz von KI durch Hacker.
- Im April 2026 verzeichneten DeFi-Protokolle Verluste von über 690 Millionen Dollar durch Angriffe.
- Der Fokus der Angreifer hat sich von Smart Contracts auf die Betriebssicherheit und Infrastruktur verlagert.
- Die Debatte über die Rolle der KI in Cyberangriffen hält an, wobei einige Studien ihre Auswirkungen relativieren.
DeFi-Sicherheit unter Beschuss: Die Rolle der KI bei jüngsten Angriffen
Der dezentrale Finanzsektor (DeFi) sieht sich mit einer neuen Welle von Sicherheitsherausforderungen konfrontiert, da Hacker zunehmend künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um Schwachstellen zu finden und auszunutzen. Laut dem Mitbegründer und CEO von CertiK, Ronghui Gu, hat dieser Wandel zu einem signifikanten Anstieg der Angriffe geführt, wobei im April nur drei Tage frei von Hackerangriffen waren.
Beispiellose Verluste durch DeFi-Exploits
Allein im April 2026 erlitten DeFi-Protokolle Verluste von über 690 Millionen Dollar durch verschiedene Angriffe. Dieser Monat war der schlimmste für DeFi in Bezug auf finanzielle Verluste seit März 2022, ausgenommen ein größerer Vorfall an der Bybit-Börse im Februar 2025. Analysten berichteten von 28 separaten Vorfällen, die zu Verlusten von über 635 Millionen Dollar führten. Besonders bemerkenswert waren die Sicherheitsverletzungen bei Drift Protocol und KelpDAO, die fast 600 Millionen dieser Verluste ausmachten.
Ein Wechsel zu Infrastrukturangriffen
Da Smart Contract-Prüfungen immer robuster werden, verlagern Hacker ihren Fokus auf die Ausnutzung von Schwächen in der Betriebssicherheit und Infrastruktur. Gu betonte, dass die meisten Krypto-Projekte diese Risiken immer noch unterschätzen. Beispielsweise wurde der Angriff auf das Drift Protocol mit der Beschlagnahmung administrativer Kontrollen in Verbindung gebracht, die angeblich von nordkoreanischen Hackern orchestriert wurden.
Wachsende Bedenken über KI-gesteuerte Cyber-Bedrohungen
Trotz der Warnungen von CertiK über verbesserte Hackerfähigkeiten durch KI, mahnen einige Forscher zur Vorsicht, diese Bedrohung zu überschätzen. Eine Studie, die Diskussionen in Darknet-Foren analysierte, fand keine Hinweise auf das weitverbreitete Auftreten von KI-basierten „Super-Hackern“. Stattdessen nutzen böswillige Akteure hauptsächlich neuronale Netzwerke für SEO-Spam und Phishing-Kampagnen.
Internationale Warnungen und Reaktionen der Branche
Internationale Organisationen haben Alarm über potenzielle systemische Risiken durch fortschreitende KI-Technologien geschlagen. Der Internationale Währungsfonds hob Bedenken hinsichtlich Modellen wie Mythos von Anthropic hervor, die durch Cyber-Bedrohungen finanzielle Störungen verursachen könnten. Als Reaktion darauf starten führende Technologieunternehmen ihre eigenen Cybersecurity-Projekte, die auf KI basieren. Das Daybreak-Projekt von OpenAI zielt darauf ab, Schwachstellen zu identifizieren und Sicherheitsmaßnahmen direkt in Softwareentwicklungsprozesse zu integrieren.
Die Notwendigkeit von Branchenkooperationen
Ronghui Gu betont die Bedeutung einer branchenweiten Zusammenarbeit, um effektiv auf moderne Krypto-Verstöße zu reagieren. Die erforderliche Koordination zwischen Protokollen, Blockchains und Börsen macht die Bewältigung dieser Herausforderungen zunehmend komplex. CertiK hebt auch die wachsende Bedrohung durch nordkoreanische Hacker hervor, die Berichten zufolge seit 2016 über 6,75 Milliarden Dollar an Krypto-Vermögenswerten durch zahlreiche dokumentierte Vorfälle gestohlen haben. Die sich entwickelnden Taktiken von Cyberkriminellen erfordern, dass die Kryptowährungsindustrie wachsam und proaktiv bleibt, um ihre Verteidigung gegen aufkommende Bedrohungen, die durch technologische Fortschritte wie künstliche Intelligenz angetrieben werden, zu stärken.