- Zwei bösartige NPM-Pakete wurden entdeckt, die Ethereum-Smart-Contracts zur Verschleierung von Befehlen verwenden.
- Diese Methode umgeht herkömmliche Scan-Tools und erschwert die Bedrohungserkennung.
- Die Kampagne war Teil einer breiteren Social-Engineering-Strategie über GitHub.
Hacker lernen, Malware in Ethereum-Smart-Contracts zu verstecken
In einer bahnbrechenden Entwicklung haben Forscher von ReversingLabs eine neuartige Methode zur Verbreitung von Malware mittels Ethereum-Smart-Contracts aufgedeckt. Diese Verträge werden für die verdeckte Übermittlung von Befehlen und Links genutzt, was eine erhebliche Herausforderung für standardmäßige Cybersicherheitstools darstellt. Laut den Forschern haben Hacker infizierte Pakete in öffentliche Repositories eingebettet und dabei Blockchain-Funktionen ausgenutzt, um typische Schutzmaßnahmen zu umgehen.
Technische Analyse: Wie es funktioniert
Benutzer, die die beiden bösartigen Pakete—colortoolsv2 und mimelib2—von NPM, dem größten JavaScript-Bibliotheksarchiv, heruntergeladen haben, waren gefährdet. Veröffentlicht im Juli 2025, enthielten diese Pakete keine direkten Links zu Kontrollservern. Stattdessen riefen sie diese Links aus Ethereum-Smart-Contracts ab, wodurch der Netzwerkverkehr legitim erschien und die Erkennung erschwert wurde.
Nach der Installation stellten die Pakete eine Verbindung zur Blockchain her, um Serveradressen zu extrahieren und die zweite Phase der Malware herunterzuladen. Dieser Mechanismus verwandelte Standard-Smart-Contracts effektiv in Werkzeuge zur URL-Verschleierung, was den Angreifern half, automatisierte Sicherheitsprüfungen zu umgehen.
Eine neue Grenze in Cyberangriffen
ReversingLabs hebt hervor, dass die Verwendung von Blockchain in Angriffen nicht neu ist—bereits zuvor bei Gruppen wie Lazarus gesehen—die aktuelle Vorgehensweise jedoch heraussticht, da Ethereum-Verträge nicht zur Dateiverteilung, sondern zum Hosten von Kontroll-Links verwendet werden. Dies stellt eine beispiellose Entwicklung in den Ausweichtechniken dar.
Die bösartigen Pakete waren Teil einer größeren Social-Engineering-Kampagne, bei der Angreifer gefälschte GitHub-Repositories erstellten, die als Krypto-Handelsbots getarnt waren. Sie fügten gefälschte Commits und mehrere Beobachterkonten hinzu und veröffentlichten professionell gestaltete Dokumentationen, um reale Entwickleraktivitäten nachzuahmen.
Weitreichende Auswirkungen auf die Sicherheit von Open Source
Angriffe auf offene Repositories nehmen zu. Allein im Jahr 2024 gab es mindestens 23 Kampagnen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten, die verschiedene Ökosysteme über Ethereum hinaus ins Visier nahmen. Beispielsweise wurde im April ein gefälschter Bot verbreitet, der Solana ins Visier nahm und Kryptowährungs-Wallets stahl. Ähnliche Angriffe zielten zuvor auf Bitcoinlib—eine beliebte Python-Bibliothek für Bitcoin.
Experten sehen diese Mischung aus Blockchain-Technologie und Social Engineering als Beweis für die zunehmende Kreativität von Hackern. Solche Methoden umgehen traditionelle Abwehrmechanismen und stellen eine zunehmende Bedrohung für Entwickler und Benutzer von Open-Source-Software dar.
Wie bereits im August 2025 festgestellt, überstiegen die Verluste durch Hackerangriffe branchenweit 163 Millionen Dollar—was die schweren Auswirkungen dieser ausgeklügelten Strategien auf den Krypto-Markt und darüber hinaus hervorhebt.
Dieser Artikel dient sowohl als Warnung als auch als Einblick in die sich entwickelnde Landschaft der Cyber-Bedrohungen innerhalb der Kryptowährungsökosysteme. Es ist entscheidend, dass Interessengruppen aus verschiedenen Branchen, die mit digitalen Währungen und Open-Source-Projekten arbeiten, wachsam gegenüber solchen fortschrittlichen Angriffsmethoden bleiben.
